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im Brick-5 | im Nestroyhof

Werte SalonistInnen und Neugierige!

Die Premiere von „Carambolage oder Der schwarze Punkt“ rückt näher, und wir sind mit den Proben bereits in unser Partnertheater Nestroyhof Hamakom eingezogen. Was liegt also näher, eine Woche vor der Premiere kurz inne zu halten und Sie einzuladen, mit uns bei einem Drink nach der Probe am Mittwoch, 24. September, ab 20:00 Uhr an der Foyer-Bar des Nestroyhofs - für einen knappen Monat Don Gians Bar ¡Caramba! - auf die neue Spielzeit und den Carambolage-Endspurt anzustoßen? Dabei verraten wir selbstverständlich auch ein paar Neuigkeiten zum Salon5-Herbstprogramm und freuen uns besonders darauf, dem treuen Salon5-Publikum und dem (für uns) neuen Nestroyhof-Publikum im zweiten Bezirk zu begegnen!

Lernen sie den Besitzer des ¡Caramba! im ersten Video-Teaser zu Carambolage kennen: Teaser Don GianVideoportraits der weiteren Figuren finden sie sukzessive auf unserer Website...

Zudem möchten wir auch auf folgendes Projekt des Theaters Nestroyhof Hamakom, das aus aktuellem Anlass noch vor dem eigentlichen Saisonstart stattfinden wird, aufmerksam machen: EIN LAND UND ZWEI VÖLKER , am 21. September 2014.

Weiter unten liefern wir auch noch neue Zwischenstöße, Notizen von Lewon Heublein, der unsere Carambolage-Proben begleitet. 

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Ihr Salon5
Anna Maria Krassnigg, Christian Mair & Team

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EIN LAND UND ZWEI VÖLKER

Aktionstag des Theaters Nestroyhof Hamakom
am 21. September von 15:00 - 22:00 Uhr

Eine performative und diskursive Auseinandersetzung mit dem jüngsten Krieg im Nahen Osten. - Ein Aktionstag der offenen Fragen.

Kaum ein anderer politischer Konflikt polarisiert die öffentliche Meinung hier in Österreich wie international in dem Ausmaß, wie der zwischen Israel und den Palästinensern. Jede Meinung führt zu einer Gegenmeinung und jede dieser Meinungen führt zu einer verwirrenden destruktiven und gefährlichen Abwärtsspirale der Vermengung historischer und politischer Begriffe. Das Theater Nestroyhof Hamakom veranstaltet einen ganzen Tag lang, von 15 bis 22 UhrVideoinstallationen, Lesungen, Konzert und Podiumsgespräch. Offene Fragen werden aus verschieden Blickwinkeln in theatralen, sinnlichen und historischen Kontexten zur Diskussion gestellt, in der Hoffnung den Zuschauer mit einer verschärften und angereicherten gedanklichen Komplexität zu entlassen.

15 Uhr: East of my Middle
Eine Videoinstallation von David Maayan

16 Uhr: Lesung Ein Land und zwei Völker - von Martin Buber
Zur jüdisch-arabischen Frage, Einrichtung: Frederic Lion

18 Uhr: Konzert Zugvögel - Eine lyrisch-musikalische Reise nach Palästina
mit Viola Raheb und Marwan Abado

19 Uhr: Lesung Sieben jüdische Kinder
ein Stück für Gaza von Caryl Churchill. Einrichtung: Ingrid Lang

20.30 Uhr: Diskussion "Was hat das Ganze mit uns zu tun?"
Antisemitismus in Österreich und Europa im Umgang mit Israel und Palästina. Moderation: Peter Huemer. Mit: Eric Frey (Journalist), Michael Pfeifenberger (Filmemacher), Doron Rabinovici (Autor und Journalist), Viola Raheb (Sängerin),Hans-Jürgen Tempelmayr (ÖIG), Gerhard Scheit (Philosoph und Autor)

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CARAMBOLAGE

1. - 18. Oktober / Salon5 im Nestroyhof

CARAMBOLAGE_plakat_1920

Carambolage
oder Der schwarze Punkt

von Anna Poloni

1. bis 18. Oktober 2014
Salon5 im Nestroyhof

Schauspiel mit Musik
Regie: Anna Maria Krassnigg Musik: Christian Mair

Carambolage beschreibt das tragikomische Aufeinanderprallen von fünf miteinander tief verstrickten Wesen, welche sehr unterschiedliche Schlüsse daraus ziehen, dass die Welt aus den Fugen gerät. Systemerhalter, Anarchisten und verzweifelt nach Erneuerung Suchende erklären einander den Krieg. Wo Worte nicht mehr reichen, erhebt sich die Stimme, will hin zur Musik, zur musikalischen Weltbetrachtung, zum Protestsong in eigener Sache.

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Video-Teaser: Don Gian

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Zwischenstöße

Notizen von Lewon Heublein

Angelus-novus

(6) Im Auge des Sturms

Der Angelus Novus von Paul Klee scheint im Auge des Sturmes zu stehen. Er ist in dem Moment der Flügelausbreitung festgehalten, die Sekunde der Flucht, des Schutzes und des klugen Aufbegehrens. Er symbolisiert die Paradoxie des Wortes „Widerstand“ gerade zu perfekt: Zwischen dem Ruhen des Steines - dem Rauschen um sich herum widerstehend - und der aktiven Tat als Echo des Wunsches nach Veränderung. Der Angelus Novus hat trotz seines fragilen Zustandes als Material und Bild bald 100 Jahre überlebt und ist tief mit dem Denken Walter Benjamins verbunden. Er scheint in das Bild hineingeboren zu sein, selbstbewusst und doch vorsichtig, geradezu respektvoll in seinem Rahmen. ...

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Sparta1-800

(5) Maskenspiele

Irgendwann bröselt die Maske ab und alle Bemühungen, den Status Quo zu erhalten schießen ins Leere. Aus Chefetagen werden Zentren der Verzweiflung und der Kater der Droge Macht setzt ein.

Wie geht man mit dem Schicksal der Bedeutungslosigkeit um, wenn man auf einmal feststellt, dass das Wollknäuel der Macht nur fadenscheinig und Ariadnes Zwirn durchgeschnitten ist? Scharm macht sich breit, wieso war man nicht klüger, wieso hat man dem System vertraut und vor allem warum gibt es keine mentalen oder materiellen Rücklagen? Die Person, die geschlagen wird, ist nicht wegen dem Schmerz sondern der Zulassung der Tat gedemütigt. ...

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(4) Die neue, weiche Existenz

Dornstrauch: „Ich befriedige nur ein Bedürfnis, das es gibt“
Don Gian: „Ich auch.“
Enrique: „Und ich ein Neues.“

Diese drei Sätze aus Carambolage haben mich seit dem ersten Lesen des Stückes immer wieder beschäftigt. Im Kontext der Handlung könnte man sie mit Gewissen, Rausch und Individualismus assoziieren. Oder man übersetzt sie mit Siegmund Freud: Dornstrauch als das Über-Ich, die Moral; Don Jon, als das Es, der animalische Trieb und Enrique als Prototyp des postliberalen Ich. In dieser Dreiecksbeziehung steht auch die Westliche Gesellschaft in ihren rechten, linken und individualistischen Prägungen und den inzwischen ausgiebig breitgetreten Attitüden wie Verantwortung, Recht und Anpassung durch Absetzung. „Und dem durch das eigenen Wohl bestimmte Ideal der Stadt, im Sinne von polis, setzt man die traurige Realität der modernen Demokratie entgegen, als Herrschaft der Massen und der Bedürfnisse“, schreibt Jacques Rancière in der ersten seiner 10 Thesen zur Politik.

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www.salon5.at