Die Herren Riess und Grillparzer fassen sich zwei Herzen

Liebe SalonistInnen,

ab Dienstag, 20. Oktober zeigen wir nur vier Mal die szenische Aufstellung des Stücks "Herr Grillparzer fasst sich ein Herz und fährt mit einem Donaudampfer ans Schwarze Meer" von Erwin Riess.

Wir haben den Autor - der an der Premiere bei uns sein wird - vorab ein paar scheinbar banale Dinge gefragt und ein paar höchst originelle Antworten zurück bekommen.

Wir freuen uns auf Sie!

Anna Maria Krassnigg und Christian Mair

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Salon5:
Was ist das für dich: „Fremde“?

Erwin Riess:
Seit Homer werden alle, die nicht griechisch sprechen, Barbaren genannt. Die „Stammler“ oder „Laller“. Mit der Wien Wahl 2015 trat ein großer Teil der Wienerinnen und Wiener aus der Zivilisation aus und gründete die Gemeinschaft der Rotte. Ich übe mich täglich im „Stammeln“ und mache schöne Fortschritte. Nicht mehr lang, und die Heimatbewussten werden meinesgleichen zu Fremden erklären.

Salon5:
Wie ist dein Verhältnis zu Grillparzer?

Erwin Riess:
Früh schon verstand Grillparzer, dass die Steigerung des Nationalismus in Rassismus und Krieg führt. Wenn man seine Dramen, Prosa und Tagebücher liest, erfährt man alles über das gegenwärtige Europa und dessen sinistre Zukunft.

Salon5:
Das Element Wasser ist dir nah. Warum?

Erwin Riess:
Flüsse transportieren tote Geschichte. Sie entsorgen den historischen Müll in den Tiefen der Ozeane. Flüsse sind die letzte Hoffnung der Menschheit.

Foto: Alexander Golser

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LiteraTurnhalle:

HERR GRILLPARZER FASST SICH EIN HERZ UND FÄHRT MIT EINEM DONAUDAMPFER ANS SCHWARZE MEER

von Erwin Riess

Mit: Saskia Klar, Horst Schily

Einrichtung: Jérôme Junod

20.10. - 29.10., Salon5 im Brick-5

«Meine Homerlektüre ist ins Stocken gekommen, seit sie den Likör serviert»

In Erwins Riess berührendem Kammerspiel ergreift Österreichs Nationaldichter im Jahr 1843 die Flucht vor dem Wiener Vormärz-Mief. Auf dem Schiff wird er von der ungarischen Stewardess Csilla betreut, die sich auf der Flucht vor ihrem Dorfpfarrer befindet. Ihre kluge Ungeschliffenheit und jugendliche Erotik erwecken sein Interesse, auch sie fühlt sich zu dem alternden Dichter mehr und mehr hingezogen. Zwischen den beiden Unbeugsamen entwickelt sich eine verletzliche Zuneigung.

«Vor jeder Reise bin ich krank, während meiner Reisen kränkle ich, und wenn ich glücklich wieder zurück bin, werde ich erst recht krank. Wozu dann noch verreisen? Aber in Wien zu sein, bringt mich um.»

Eine szenische Aufstellung im Salon5.

Mit: Saskia Klar, Horst Schily
Einrichtung: Jérôme Junod
Ausstattung: Lydia Hofmann

Termine: 20. / 21. / 28. / 29. Oktober 2015
20:00 Uhr (Einlass 19:00 Uhr)

Spielort: Salon5 im Brick-5 (Fünfhausgasse 5, 1150 Wien)

Tickets & mehr...

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