Arthur Schnitzler

Arthur Schnitzler (1862-1931) war ein österreichischer Erzähler und Dramatiker. Er studierte Medizin und arbeitete anschließend als praktischer Arzt. Er ist einer der größten Kritiker der österreichisch-ungarischen k.u.k.-Gesellschaft und ihrer Entwicklung um die Jahrhundertwende. Seinen Interessenskonflikt zwischen Medizin und Literatur löste Schnitzler erst nach dem Tod seines Vaters und führte ab 1893 eine Privatpraxis; zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits Gedichte, kurze Prosaskizzen und den Einakter-Zyklus „Anatol“ (1892) veröffentlicht. 1895 gelang der literarische Durchbruch mit dem Schauspiel „Liebelei“, das am Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde. Schnitzler kam immer wieder für kurze Arbeitsurlaube nach Reichenau, das für ihn eine Art Außenstation von Wien war. In der Regel entschied er kurzfristig, ein paar Tage hinauszufahren, um dort, beim Spazierengehen oder Halmaspielen, die Wiener Kaffeehausgespräche wiederaufzunehmen. Oft kam er unmittelbar vor oder nach brisanten Theaterpremieren. Fast immer nahm Schnitzler, der meist im Thalhof wohnte, unerledigte Arbeit mit. So hat er auch den „Leutnant Gustl“ innerhalb von nur fünf Tagen hier geschrieben. Er konzipierte Stoffe, traf sich mit Schauspielern oder pokerte mit Felix Salten und genoss das typische Thalhofleben: „Nach dem Abendessen, der alten Hausordnung gemäß, geradeso wie im Sommer vorher, promeniert man vor der Veranda auf und ab.“
In einigen Stücken, u.a. „Im Spiel der Sommerlüfte“ werden Hotelleben und Sommerfrische thematisiert. „Das weite Land“ entstand nicht nur zum großen Teil auf dem Semmering, es spiegelt auch das Setting und die Eigenheiten des Lebens auf einer Hotel-Bühne wider. 1969 wurden Teile zum Film am Thalhof gedreht.

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