Franz Grillparzer

Franz Grillparzer, geboren 1791 und gestorben 1872 in Wien, gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Dichter und Dramatiker des 19. Jahrhunderts. Er studierte neben Rechts- und Staatswissenschaften aus privatem Interesse die spanische Literatur, übersetzte u.a. Calderons „Das Leben ein Traum“ und finanzierte sein Studium als Privatlehrer. Grillparzers Jugendjahre wurden von der Französischen Revolution, der Napoleonischen Zeit und den Reformen des Josephinismus geprägt. Als Praktikant der Wiener Hofbibliothek und der Zollverwaltung lernte er den k.u.k. Beamtengeist kennen, litt unter der Engstirnigkeit seines Berufs, als Dramatiker unter den bornierten Ratschlüssen der Kollegen von der Zensur.  Nach dem Erfolg seines Stückes „Die Ahnfrau“ (1817) wurde er zum Dichter des Hofburgtheaters ernannt. Mit den nächsten Stücken konnte er an diesen Erfolg nicht mehr anknüpfen. 1832 wurde Grillparzer zum Direktor des Hofkammerarchivs ernannt; erst 1856 zog er sich von diesem Amt, das ihm genügend Zeit für seine literarische Tätigkeit ließ, als Hofrat in Pension zurück. Nach dem Misserfolg seines Lustspiels „Weh dem, der lügt“ auf dem Burgtheater (1838), gab der verstimmte Dichter kein weiteres Drama mehr zur Veröffentlichung und Aufführung preis und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Erst als der Direktor des Burgtheaters, Heinrich Laube, nach 1850 seine Stücke wiederentdeckte und aufführte, wurde der in Vergessenheit geratene Dramatiker plötzlich gefeiert, in die Akademie und den Reichsrat aufgenommen und schließlich Ehrenbürger Wiens. Aufgrund der identitätsstiftenden Verwendung seiner Werke („König Ottokars Glück und Ende“), vor allem nach 1945, wird er auch als österreichischer Nationaldichter bezeichnet.

TRAUM EIN LEBEN

Herr Grillparzer fasst sich ein Herz und fährt mit einem Donaudampfer ans Schwarze Meer