Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach, geboren 1830 in Mähren, gestorben 1916 in Wien, war eine bedeutende Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, die vorwiegend psychologische Erzählungen verfasste. Angeregt durch die Besuche im Burgtheater, versuchte sie sich zunächst als Dramatikerin, konnte sich aber trotz einiger kleinerer Erfolge auf der Bühne nicht durchsetzen. Erst ihre erzählerischen Arbeiten, in denen man wichtige Elemente ihres sozialen Denkens und ihres politischen Bewusstseins findet, brachten ihr die verdiente Anerkennung. 1879 gelang ihr durch den Abdruck der Erzählung „Lotti, die Uhrmacherin“ in der führenden Monatsschrift Deutsche Rundschau der Durchbruch. Zu ihren wichtigsten Werken zählen „Božena“ (erster Kurzroman, 1876), „Das Gemeindekind“ (Roman, 1887) und „Dorf- und Schlossgeschichten“ (enthält die Novelle „Krambambuli“, 1883). Sie unterhielt zahlreiche Künstlerfreundschaften und literarische Beziehungen, u.a. zu Franz Grillparzer. Marie von Ebner-Eschenbach erhielt 1898 als erste Frau das Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft, den höchsten zivilen Orden Österreichs. Anlässlich ihres siebzigsten Geburtstages wurde sie an der Universität Wien zum Ehrendoktor der Philosophie ernannt.