Morsch

Von Jérôme Junod

Morsch (4. Generation), Schwanda, Cerha, Klar, (c) Andrea Klem

Morsch (4. Generation), Schwanda, Cerha, Klar, (c) Andrea Klem

Inhalt

Zwei Häftlinge in einem totalitären Gefängnis am Tag des Befreiungsansturmes; die Familie eines ehemaligen Schergen beim Abendessen; eine angespannte Historiker-Fernsehrunde; drei Halbwüchsige, die den Geschichtsunterricht schwänzen; das lange Warten auf eine Säuberung. Fünf Generationen, fünf zeitliche Positionen, verschachtelt, ergänzend, einander widersprechend und unvereinbar: Ein tragikomisches Spiel um Geschichte, Weitergabe, Vergessen und Wiederholung.

Die fünf Erzählstränge in MORSCH sind thematisch miteinander verbunden und kreisen um eine historische Katastrophe in einer fiktiven Welt. Jede Generation hat einen jeweils anderen Zugang zur Geschichte. Die Episoden werden nicht nacheinander erzählt, sondern ineinander verwoben und gegeneinander ausgespielt; gewisse Erwartungen werden unterwandert, das Gesamtbild ändert sich immer wieder. Es werden auf tragikomische Weise Fragen verhandelt wie gesellschaftliche Verdrängung, unvermeidbares Vergessen, Geschichtsvermittlung und die mögliche Wiederkehr vergangen geglaubter politischer Muster.

«„Morsch“ im Theater Nestroyhof: Spannend, ergreifend, tragikomisch. […] Eines lässt das Stück nicht vergessen: Wir wissen nicht, was die Schrecken der Zukunft sein werden. Doch die Mechanismen des Schreckens, die werden wohl dieselben sein. Großer Applaus.» (Die Presse)

«…sensationell umgesetzt…» (Der Standard)

«Jérôme Junod, der Schweizer Dramatiker und Regisseur, hat im Theater Nestroyhof Hamakom seinen Text „Morsch“ inszeniert, und die Produktion der Gesellschaft für Musische Unterhaltung und des Salon5 erweist sich als grandioser Abend. […] Mit jeder Szene ändert sich gleichsam die Temperatur, von Tragödie zu Komödie, von Satire zu Sarkasmus. […] Junod stellt Fragen nach Identität und deren Verlust, nach plötzlichem „Fremdsein“ und danach, wie dünn der Firnis der Zivilisation tatsächlich ist. Er empfiehlt sich mit dieser atemberaubenden Arbeit für größere Aufgaben.» (Mottingers Meinung)

«Es ist starker Tobak, den Junod dem Publikum vorsetzt. Allerdings verpackt er ihn so, dass das Grauen, das dem Stück innewohnt, in homöopathischen Dosen erst nach und nach verteilt wird. […] Martin Schwanda, Jan Nikolaus Cerha und Saskia Klar wechseln in Sekundenschnelle auf offener Bühne ihre Rollen. […] Es ist das permanente Kippen zwischen Ernst und Spaß, zwischen guten und bösen Charakteren, die den Abend in einem gewissen Schwebezustand halten.» (European Cultural News)

Autor

Jérôme Junod ist Magister der Philosophie und der Geschichte, hat Klavier studiert und seine Regieausbildung am Max Reinhardt Seminar erhalten. Er inszeniert auf Deutsch und Französisch in der Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Österreich. Arbeiten in Wien: Gesäubert (WUK 2007), Dantons Tod (WUK 2009, Regiepreis beim Setkaní-Festival 2009 in Brno), Man muss dankbar sein (Theater in der Josefstadt 2010, Ensemblepreis beim SKS 2010 in Leipzig), Carrie (Salon5 2010), Postdemokratische Variationen (Salon5 2013), Angelika und die Weltherrschaft (Dschungel Wien 2014), Herr Grillparzer… (Salon5 2015). Außerdem unterrichtet Junod am Max Reinhardt Seminar sowie an der Haute Ecole de Théâtre de Suisse Romande in Lausanne.

Junod ist dazu Autor und Übersetzer. Sein erstes Stück, Text, wurde nominiert zum Heidelberger Stückemarkt 2011 (UA 2012 am Theater Erlangen). 2011 hat er ein Jahresstipendium von der literar mechana erhalten. An MORSCH feilt er seit drei Jahren. Das Stück wurde u.a. im Rahmen der Autorengruppe des Festivals Neue Stücke aus Europa in Wiesbaden unter der Leitung Martin Heckmanns erarbeitet.

Besetzung und Team

Mit:
Jan Nikolaus Cerha, Saskia Klar, Martin Schwanda

Text & Regie:
Jérôme Junod

Bühne & Kostüm:
Lydia Hofmann

Musik:
Christian Mair

Assistenz:
Fanny Stapf

Koproduktion:
Gesellschaft für musische Unterhaltung und Salon5, in Kooperation mit Theater Nestroyhof Hamakom

Probenfotos

Fotos: Andrea Klem

Termine

Premiere:
11. Mai 2016 (20:00 Uhr) (Ausverkauft!)

Weitere Vorstellungen:
13. Mai
 2016 (20:00 Uhr)
17. Mai 2016 (20:00 Uhr)
18. Mai 2016 (20:00 Uhr)
21. Mai 2016 (20:00 Uhr)
22. Mai 2016 (20:00 Uhr)
24. Mai 2016 (20:00 Uhr)
26. Mai 2016 (20:00 Uhr)
27. Mai 2016 (20:00 Uhr)
29. Mai 2016 (20:00 Uhr)

Theater Nestroyhof Hamakom
Nestroyplatz 1, 1020 Wien